Die Entstehung des Perchten-Brauchtum's

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In den langen Winternächten gehen nach alter Volksmeinung allerlei Geister um. Weit verbreitet und tief verwurzelt war vor allem der Glaube an die Perchten. Percht – Perchta hat zweierlei Geschlecht, die gute Frau Perchta, die gleichzusetzen war mit Frau Holle, und der böse (schiache) Percht.

Nach der Anschauung unserer Vorfahren war Frau Perchta ein dämonisches Wesen, halb Gottheit, halb Mensch, das in zweifacher Gestalt erschien. Einmal sprach man von ihr als von einer holden Lichtgestalt, die, Menschen und Tiere segnend, durch das Land schreitet, dann wieder erkannte man in ihr einen hässlichen Dämon, der mit Verderben und Unglück über die Menschen hereinbrach, der das Vieh erkranken ließ und der die Ernte vernichtete.

Der Volksmund weiß diesbezüglich manches zu berichten. Um den Unholden in den Rauhnächten wirksam entgegentreten zu können, hüllte man sich seit altersher in grauenvolle, furchterregende Masken; auf diese Weise glaubte man, sie vertreiben zu können.

Das Wort „Percht" ist in Österreich, Bayern und unmittelbar angrenzenden Landschaften verbreitet, und zwar insbesondere in den Alpengebieten. Es erscheint in mehreren Formen auf (z.B.: Dreikönigspercht, Schiachpercht, Schönpercht), bezeichnet werden damit Masken-Figuren ganz unterschiedlichen Aussehens, das von fast feierlicher Schönheit („Schönperchten") bis zu grotesker Fratzenhaftigkeit („Schiachperchten") reicht.

Zahlreiche Zuschauer folgen jeweils dem langen Zug, der überall mit großer Freude aufgenommen wird, denn er verheißt nach altem Volksglauben ein fruchtbares, erfolgreiches und segensreiches neues Jahr. Stundenlang sind die Perchten unterwegs, mühsam ist für sie der lange Weg, aber mit größtem Eifer halten sie an der Tradition fest.